Neuer Raketenbau

Redesign des Raketenbaus

Wie in meinem Beitrag zum Predesign angekündigt habe ich ein weiteres Bild meines Kinderbuch Projektes überarbeitet. Ausgangsbild war ja dieses hier, welches wie die anderen im Laufe des Jahres 2016 entstanden ist:

Nicht nur das Haus wird im Zuge des neuen Grundrisses komplett überarbeitet

Nicht nur das Haus wird im Zuge des neuen Grundrisses komplett überarbeitet

An dem Bild haben mich verschiedene Dinge gestört.

Zum einen waren da handwerkliche Fehler, die durch eine ungeübte Technik und Zeitdruck entstanden sind.

Mein Versuch mit Tinte und Feder führte zu Tintenklecksen, schlechten Schraffuren und hastigen Strichen. Alles in allem merkt man vor allem der linken Seite an, dass ich nicht so entspannt gezeichnet habe und die Handgriffe nicht sitzen.

Das ist keine Kritik an der Technik ansich, sondern eher für mich der Hinweis, dass ich hier noch ordentlich Nachholbedarf habe und üben muss. Aber fürs Erste sollte ich lieber bei meinen Finelinern bleiben, auch wenn man damit nicht so einen schönen Schwung hinbekommt.

Dann hat mir wie beschrieben das Haus überhaupt nicht gefallen. Außerdem waren die Haare des Jungen und der Baum schlecht gezeichnet. Beides habe ich direkt und ohne nachzudenken, wie man das vernünftig mit Tusche darstellen kann, gezeichnet.

Beim Baum habe ich außerdem keine Referenz verwendet. Das kann klappen, wenn man oft Bäume zeichnet, was bei mir aber nicht der Fall ist. Zumindest eine kurze Planung wäre gut gewesen, wie hoch der eigentlich werden soll. Der wurde immer länger, was ich eigentlich gar nicht vorhatte.

Mit der rechten Bildseite war ich ganz zufrieden, hier hatte sich lediglich im Laufe des Jahres 2017 das Design der Protagonisten geändert.

Überarbeitungsstart

Ich habe in Photoshop rigoros alles gelöscht, was mit nicht gefallen hat, also die komplette linke Seite. Den Raketenbau nach unten gerückt und die Gesichter der Protagonisten ausgegraut. Das ganze dann ausgedruckt.

Auf diese Vorlage zeichne ich dann. Erstmal nur grobe Skizzen. Beim Haus konnte ich mich an meinem Grundriss orientieren und das ganze mit einer schönen 2-Fluchtpunkt-Perspektive umsetzen.

Das Resultat scanne ich dann ein, graue es aus, indem ich die Deckkraft des Layers vermindere und drucke es für den nächsten Arbeitsschritt erneut aus.

Erste Zeichnung und ‘hängen lassen’

Anschließend setze ich erste Schraffuren und zeichne weitere Details. Mir kam z.B. noch die Idee, dass ich mit einigen Mäusen, die sich in der Raketenkuppel einrichten, eine nette Nebengeschichte erzählen kann.

Und ich habe den Raketenbau vergrößert, um ihn prominenter in Szene zu setzen.

Das Resultat hänge ich dann immer irgendwo auf, wo ich oft dran vorbeilaufen muss und zwar so, dass die Horizontlinie auf Augenhöhe ist. Auf diese Weise sehe ich leichter, wenn irgendwo die Perspektive nicht stimmt.

Im Laufe der nächsten zwei Wochen ist dann erstmal Bearbeitungsstop. Ich mache mir beim Vorbeilaufen und Betrachten immer wieder Notizen am Bild und markiere Änderungsideen.

Ich war z.B. mit dem oberen Teil des Baumes noch nicht so ganz glücklich und der Hase war mir noch nicht knuffig genug. Außerdem sollte der Raum für die Textbox noch größer werden.

Die Zeit der Arbeitspause hilft mir einen gewissen Abstand zum Bild zu bekommen. Diese Art der Selbstreflektion ist wichtig, denn im Laufe der Zeit wird man betriebsblind und übersieht Fehler leichter.

Parallel kann ich bereits am nächsten Bild arbeiten.

Zweite Überarbeitung

Nach zwei Wochen Ruhe scanne ich das Bild erneut ein und graue die markierten Stellen aus. Anschließend wird es dann wieder ausgedruckt und die nächste Überarbeitungsphase kann beginnen.

Den Baum und den Hasen habe ich entsprechend meinen Ideen angepasst, mehr Efeu um den Baum herum gezeichnet und die Rakete etwas aus dem Boden gehoben. Das sah nämlich so aus, als ob die dort ziemlich tief eingesunken war.

Mit dem Resultat war ich dann schon sehr zufrieden. 🙂

Letzte Überarbeitung der Größenverhältnisse

Doch dann musste ich unbedingt etwas ausprobieren.

Ich hatte ja im Laufe der Überarbeitung die Rakete samt Hasen vergrößert. Ich habe dann mal spaßeshalber überprüft, wie oft der Junge in das Haus passt, indem ich ihn perspektivisch verkleinert habe.

Ergebnis achtmal. Das bedeutet allerdings, dass das Haus statt 13 Meter nur noch knapp 9 Meter hoch war. Andererseits sah man aber auf die Art und Weise schön den Raketenbau. Ich habe lange überlegt. Perspektivisch korrekt oder den Raketenbau prominent vergrößert?

Schlussendlich habe ich mich dann für eine korrekte Perspektive entschieden und das Haus etwas vergrößert sowie am Dach verzerrt, damit es wieder korrekt mit den Fluchtpunkten abschließt.

Die Rakete samt Protagonisten wurde verkleinert.

Fazit

Hier das finale Bild. Ich habe noch einige kleine Details hinzugefügt, z.B. ein wenig Mechanik in die Rakete eingebaut, die Sonnenblumen im Hintergrund an der Textfreifläche hochranken lassen. Und ein paar Mohnblumen in den linken Vordergrund gerückt. Außerdem hier und da die Konturen verstärkt.

Man ist nun den Mäusen am nächsten und der eigentliche Raketenbau rückt in den Hintergrund. Die Horizontlinie rutscht leicht nach unten, man wird als Beobachter also kleiner. Das Bild bekommt so mehr den Charakter eines ‘Establishing Shots’ oder einer Eröffnungsszene.

So ist nun ein Großteil des Gartens sichtbar, der Raketenbau findet statt, aber man kann die gesamte Szenerie in sich aufnehmen.

Das finde ich persönlich besser, vor allem weil das direkte Nachfolgebild (zu sehen hier) ähnlich aufgebaut ist.

Wie Du siehst benutze ich Photoshop hauptsächlich, um mir das Durchpausen und Nachzeichnen am Lichtbrett zu ersparen. Die eigentlichen Zeichnungen mache ich aber lieber von Hand.

Und bei der Überarbeitung hilft mir dann besonders das Aufhängen und ruhen lassen. Ich kann so einen einen gewissen Abstand zum Bild bekommen und finde Fehler leichter.

Und hier nochmal alle Arbeitsschritte als Zeitraffer.

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